Berlin
Humboldt Forum
Sep. 2024 - Okt. 2024
Der Palast der Republik drückte mit seinem Gewicht auf das Grundwasser der Museumsinsel. Die Betonwanne des Palastes war leichter als das von ihr verdrängte Grundwasser. Während des Rückbaus wurde die Betonwanne mit Sand befüllt, um das Aufschwemmen des Palast-Kellers zu verhindert. 80.000 m3 Sand beschwerten den Palast-Keller soweit, dass das Grundwasserniveau erhalten blieb.
Außerhalb des Berliner Schlosses ist im nördlichen und östlichen Bereich die mit Sand befüllte Palastwanne noch vorhanden. Das Gewicht des rekonstruierten Schlosses ist hoch genug, um den Grundwasserspiegel auch ohne den versandeten Keller zu nivellieren. Das Projekt „80.000 m3 Sand“ schlägt vor, die Bodenplatte des Berliner Schlosses bzw. die Kellerdecke des Palastes der Republik zu öffnen und die 80.000 m3 Sand aus dem Keller zu baggern.
In Anlehnung an die Zwischennutzung des Palastes der Republik bleibt der freigelegte Keller als nutzungsoffener Raum erhalten. Der als Triumphbogen und bewusst imperialistisch gestaltete Zugang zum Humboldt-Forum wird durch einen Sandhügel verschlossen. Ein Großteil der Westfassade wird eingegraben und eine neue Topografie geschaffen. Die Architektur des Berliner Schlosses als Manifestation der Macht wird zugunsten eines öffentlichen Raumes verdeckt. Die Topografie lädt zur freien Nutzung ein und ermöglicht den selbstgewählten Zugang zum Gebäude über die Fenster. Der Sandberg wird zum Instrument der Aneignung des Berliner Schlosses durch ihre Stadtbevölkerung.
Zusammen mit: Neslihan Kiran, Lukas Kochendörfer, Fabien Stoque